Die neue Artibus-Ausstellung „Mythologische erzählungen“ thematisiert ovids Metamorphosen auf hohem Niveau

Von Dirk Müller

Der Besuch dieser Kunstausstellung wird einem fantastischen Traum gleichen: Die Artibus- Schau, die am Sonntag, 18. Oktober, um 12 Uhr in der Galerie der Stolberger Burg eröffnet wird, trägt den Titel „Mythologische Erzählungen“ und beeindruckt auf hohem Niveau. Mit enormer Anziehungskraft lassen die Bilder den Betrachter tief in andere Welten eintauchen, erzählen sphärisch ihre Geschichten und vermitteln eine Fülle von menschlichen Emotionen. Die Werke von Alejandro und Antonio DeCinti sowie vom Artibus-Kurator Rafael Ramírez Máro lassen Ovids „Metamorphosen“ lebendig werden.

Dabei richtet die Ausstellung sich nicht nur an Kenner der Schriften des römischen Dichters Publius Ovidius Naso, kurz „Ovid“, oder der Sagen des klassischen Altertums, denn einerseits sprechen die Gemälde für sich, und andererseits informieren kurze Texte über die Motive und die literarische Grundlage. Harmonisch fügen sich die Exponate der drei Künstler zu einer komplexen Ausstellung. Geheimnisvoll, teils düster und oft von strahlender Schönheit künden die Werke von Vergänglichkeit, Leidenschaft, Verletzlichkeit und Begierde. Erotische Komponenten bestechen durch Sinnlichkeit und große Ästhetik.

Ramírez Máro thematisiert etwa die Geburt des Pegasus‘, zeigt die Sibyllen genannten Seherinnen und greift die Verwandlung (Metamorphose) als solche auf. Der Artibus- Kurator steuert zudem ein übergroßes Gemälde zu der Ausstellung bei, das sich auf das Ende von Ovids Metamorphosen bezieht und Gaius Julius Cäsar inmitten römischer Senatoren darstellt – kurz vor seiner Ermordung mit 23 Dolchstichen. Alejandro DeCinti widmet zwei Bilder der Entführung der Europa, und zeigt, wie Zeus, der mächtigste Gott des Olymps, in einen weißen Stier verwandelt die Schöne übersMeer zur Insel Kreta bringt.

Doch auch in menschlicher Gestalt begegnet Zeus dem Betrachter, und Alejandro DeCinti erweckt Nymphen des klassischen Altertums ebenso eindrucksvoll zumLeben wie Echo, die aufgrund ihrer hoffnungslosen Liebe zu Narcissus lange in Einsamkeit lebte und schließlich von Hera zu Stein verwandelt wurde. Alejandro DeCintis Sohn Antonio DeCinti assistierte bei der Entstehung dieser faszinierenden Werke und fertigte selbst Studien zu dem Zyklus an. In kleineren Formaten beschäftigt er sich mit „Momentaufnahmen“, greift erotische Details auf und variiert sie beeindruckend.
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